Inseldenken – in Zeiten der Globalisierung

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Die amerikanische Unternehmerin K. Roth hat vor Finnland eine einsame Insel gekauft, auf der sie „SuperShe Island“ verwirklicht. Nur Frauen soll  in Luxus-Lofts ein Rückzug ermöglicht werden: „Viele Frauen schaffen es oft nicht, sich im Urlaub zu entspannen, wenn sie permanent der Gegenwart von Männern ausgesetzt sind. Sobald ein süßer Typ kam, haben sie wieder  Lippenstift aufgelegt.“ (https://supershe.com/island/)

Allerdings ist die Idee nicht neu. Im Internet kann man Inseln kaufen oder mieten und noch heute ist Insel ein Synonym für Freiheit, Rückzug und Traum. Ein eigenartiger Traum. Denn so wie auf „Supershe Island“ Frauen sich eingrenzen, um Männer auszugrenzen ist eine Insel auch immer begrenzt, man läuft im Kreis und kommt nur weg, wenn man ein Schiff hat.

Und irgendwann geht das Essen aus, die Medizin, die Lust und dann wird diese Insel der Glückseligkeit schnell zu einem Gefängnis der Einsamkeit.

An diesem Beispiel kann man schön das Inseldenken in Zeiten der Globalisierung verdeutlichen: Jeder Staat, jedes Land ist mit seiner Wirtschaft, Kultur und Religion eine Art Insel. Sie ist gewachsen, ein Stück Heimat und Identität. So gesehen besteht die ganze Welt aus kleinen Inseln in der das kleine Glück so gelebt wird wie die Frauen auf SuperShe Island.. Doch in dem Moment, in dem die Welt zusammenwächst, wo plötzlich Globalisierung bedeutet, dass die eine die andere Insel braucht, um zu überleben, so wie die Frauen auch ihren Lippenstift wieder auflegen müssen, um weiterzuleben. Im Zeitalter der Globalisierung im 21.Jahrhundert merkt man wie diese Frauen: Eingrenzung bedeutet auch Ausgrenzung. Und das Verrückte ist: Die Idee zu SuperShe Island hatte der Ehemann von Frau Roth. Und Trump ist auch ein Mann, der bekanntlich auf Grönland schielt, allerdings aus anderen (strategischen) Gründen.