Mit Worten schauen

Manchmal kommen die wertvollen Dinge ganz leise und unspektakulär daher. Sie haben keine reißerischen Überschriften oder bunten Farben nötig, weil sich ihre Texte, Bilder und Farben selbständig und nachhaltig im Phantasiespektrum der Leserinnen und Leser entfalten. Es sind die Worte, die diese Bilder und kleinen Filme in unserem Kopf und Herz erzeugen. In dem Moment wird das Lesen zum Schauen, die WORTE werden zur WORTSCHAU in uns. Eine wunderbare Kombination von Literatur und Bildender Kunst.So auch der Titel des Literaturmagazins WORTSCHAU, das nun schon in der 32.Ausgabe seit 2007 erscheint, seit 2016 im eigenen Verlag.                                                                                                                                                                            Wolfgang Allinger / Johanna Hansen                                                                                                                                                       Was die Herausgeberin Johanna Hansen und der Verleger Wolfgang Allinger zusammen mit dem Grafiker Thorsten Keller da auf die Beine gestellt haben ist alles andere als ein abgehobenes Germanistikblatt für Literatur- und Kunstkritik, sondern ein anspruchsvolles Literaturmagazin mit Bildern, Berichten und Begegnungen, das „tendenziös, kulturlos und verständlich“ sein will, so der Hinweis auf der Titelseite der DinA 4 Hefte, die jeweils zu einem übergeordneten Thema erscheinen wie z.B. „Menschen : Bilder“ oder „Zuflucht Orte“ usw.Entsprechend bezeichnen die Herausgeber das Magazin als:“ eine literarische Achterbahn, kopfüber herzunter, doch mit Bodenhaftung. Ein Magazin für Gegenwartsliteratur, in dem poetische Luftsprünge ebenso Platz haben wie tiefschürfende Essays. Seit 2007 schauen wir dem Wort aufs Maul, im Einzelfall mundartlich, ständig auf der Suche nach Neuland. Große Namen schrecken uns dabei eben so wenig ab wie traditionell Erzähltes„.

Und in der Tat. Was einem da als Lyrik, Prosa oder Bilder (Fotos wie Grafiken) von handverlesenen Autorinnen und Autoren auf ca. 60 Seiten entgegen kommt, zeigt den Formenreichtum von Sprache und Bild, macht nachdenklich oder lässt einen schmunzeln:  “Jede Ausgabe wird von einer bildenden Künstlerin oder einem bildenden Künstler illustriert. Jede Ausgabe hat ein Thema, zu dem eingereicht wird. Jede Ausgabe hat einen farbigen Umschlag und ein Innenleben, Schwarz auf Weiß, das grafisch stets neugestaltet wird. Das ergibt Vielfarbigkeit und Raum zum Lesen, Denken, Notieren. Epik, Dramatik, Lyrik und Essay sind vertreten. Manchmal stellen wir mehr als 20 Autorinnen und Autoren pro Ausgabe vor,“ so die mit Recht stolzen Herausgeber über ihr dreimal im Jahr erscheinenden Magazins, das bereits von der Universitätsbibliothek Berkeley, Kalifornien, der Pfalzbibliothek Kaiserslautern, der Kunst-und Museumsbibliothek Köln, vom Deutschen Literaturarchiv Marbach und natürlich von der Deutschen Nationalbibliothek und  dem Landesbibliothekszentrum Speyer wird archiviert.Was soll man über ein solches Kleinod von Wort und Bild in einer digital durchwobenen und komplexen Alltagskultur noch sagen oder schreiben? Das einzig Sinnvolle bei Interesse ist, sich für 8.-€ ein Heft z.B. in einer der Altstadtbuchhandlungen Düsseldorfs zu kaufen und sich anregen, verzaubern oder entschleunigen zu lassen. Viel Erfolg dem geneigten Leser und Leserin, aber vor allem den Erfindern eines solchen kulturell vielseitigen Magazins für eine kreative, ideenreiche und anspruchsvolle Zukunft volle Freude und Kompetenz an dieser Kombination aus WORT und BILD.

HINWEIS IN EIGENER SACHE:

Am Mittwoch, den  10. April 2019 wird der Kultursalon K24Ratingen einen Abend mit den Herausgebern der WORTSCHAU und weiteren Künstlerinnen und Künstlern unter dem Thema:“Vorhang auf“ gestalten. Weitere Informationen www.K24Ratingen.de.

C Text Michael Troesser / Bilder WORTSCHAU

 

 

 

 

 

 

 

 

Copyright Bilder/Text Michael Troesser

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